Montag, 19. Februar 2018

Tanz, meine Seele - Kira Minttu

eBook, 350 Seiten 
ink rebels (2. Februar 2018)
ISBN-13: 9783958693234
Preis: Taschenbuch 12,90 €, eBook 3,99 €
Band 1 einer Reihe (aber als Standalone lesbar)

Worum geht's?


Harper ist Kellnerin, Scheinstudentin, stolze Katzenbesitzerin und selbstbewusster Single, auch wenn sie ab und an gern mit dem einen oder anderen netten oder nett anzusehenden - oder bestenfalls beide Merkmale vereinenden - Typen nach Hause geht.
Was Harper wirklich will, ist tanzen; nur lässt die Chance auf einen Durchbruch leider auf sich warten. Ihre letzte Bewerbung wurde abgelehnt, und ihre Tanzlehrerin glaubt, sie nehme das alles nicht ernst genug. Dann muss sie sich auch noch von ihrem neuen Agenten sagen lassen, sie bringe beim Tanzen keine Gefühle zum Ausdruck. Wie soll Harper ihm das Gegenteil beweisen, wenn er damit doch ins Schwarze getroffen hat?

Was mich neugierig gemacht hat:


Von Kira Minttu hatte ich bereits „Keep on Dreaming" gelesen und war gespannt, was mich nun in ihrem ersten New Adult Roman erwarten würde. Obwohl ich selbst mit Tanzen nicht viel am Hut habe, mag ich Charaktere, die für etwas brennen und dabei gleichzeitig sehr willensstark aber auch verletzlich sind. Bei Harper schien das absolut der Fall zu sein.

 

Wie es mir gefallen hat:


Der leichte, humorvolle Stil hat mich schnell in Harpers Welt hineingezogen. Sie ist eine junge Frau, die es einem im wahren Leben wahrscheinlich schwer machen würde, sie zu mögen und richtig kennenzulernen. Somit ist der Leser in der privilegierten Position, oft als Einziger Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle zu erhalten. Dadurch wird sie nahbar und provoziert die unterschiedlichsten Reaktionen: Manchmal bewundert man sie, manchmal leidet man mit ihr, dann wieder möchte man ihr am liebsten den Kopf abreißen, weil sie so sehr um sich selbst kreist, um sie schließlich einfach in den Arm zu nehmen.
Obwohl sie sich an manchen Stellen einen Tick zu egoistisch verhält und wenig über die Empfindungen der Menschen in ihrem Umfeld reflektiert, ist sie insgesamt ein vielschichtiger und liebenswerter Charakter.

Im Verlauf des Buches passiert viel, wobei die ganze Bandbreite des Lebens umfasst wird:  kleine Siegen und Niederlagen, die Aufs und Abs von Freundschaft, Glücksmomente und Durststrecken, Liebe und Verlust. Zwischen Problemen mit Harpers Mutter, teils wirklich kuriosen Tanzengagements, dem chaotischen Liebesleben ihrer besten Freundin Andra, dem Leben mit einer wundervollen Katzendame und Harpers Angst vor echter Nähe, die sie in belanglose Affären treibt, bis Harper von der Liebe eingeholt zu werden droht, fliegen die Seiten nur so dahin.
Zwischen Harper und Andra ist zudem etwas vorgefallen, dass erst nach und nach durch kleine Flashbacks enthüllt wird - eine gute Idee, wobei die Auflösung allerdings recht vorhersehbar ist. 

Besonders gut gefallen haben mir die Nebenstränge der Geschichte, die Raum für Fortsetzungen mit bereits bekannten Figuren lassen. Da ist Andra, die so anders ist als Harper, sodass die Freundinnen sich manchmal gegenseitig in den Wahnsinn treiben - und doch zusammenhalten, wenn es darauf ankommt. Ob sie eines Tages das Glück findet, von dem sie träumt?
Da sind Harpers Kollegen im „Freefall", der Kneipe, in der sie jobbt, darunter Sandro, der auf sie steht. Außerdem gibt es da noch den charmanten und nicht gerade armen Bennett und den einfühlsamen aber Abstand haltenden Luke. Ob es einem von ihnen gelingen könnte, Harpers Mauern zu überwinden und ihr Herz zu erobern?

(Für wen) Lohnt es sich?


Dieses Buch lohnt sich sehr, wenn man
-  realistische Liebesgeschichten mag, die gern mit Klischees brechen und in den dunkelsten Momenten nicht mit romantischen Zufällen zur Rettung eilen.
- bereit ist, einem Buchcharakter auch dann Gehör zu schenken, wenn er - oder in diesem Fall sie - es einem nicht immer leicht macht.
Auch wer sonst eher vor New Adult zurückschreckt, sollte „Tanz, meine Seele"eine Chance geben, wenn die beiden oben genannten Punkte zutreffen, da hier alles andere als eine lieblose, aufs Körperliche reduzierte Geschichte geboten wird.

In einem Satz:


„Tanz, meine Seele" ist ein Roman über die Liebe - zu Katzen, zu Menschen, zu dem, was man gern tut, und zu sich selbst - mit einer Protagonistin, die viel stärker ist, als sie ahnt.
  
Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar und eine schöne Leserunde an die Autorin!

Dienstag, 23. Januar 2018

Der Schein - Ella Blix

Hardcover, 472 Seiten
Verlag: Arena (19. Januar 2018)
ISBN-13: 978-3401604138
Preis: 18,00 €
Standalone

Worum geht's?


Die sechzehnjährige Alina hätte sich nie träumen lassen, irgendwann auf einem Internat zu landen, ganz besonders nicht einem wie Hoge Zand auf der Ostseeinsel Griffiun. Auch, wenn sie hier nur einige Monate verbringen soll, vermisst sie ihren Freund und ihre beste Freundin schrecklich und tut sich mit ihren neuen Mitschülern zuerst schwer.
Doch so verschlafen die kleine Insel auf den ersten Eindruck auch erscheinen mag: Hier gehen seltsame Dinge vor sich. Das für Schüler strikt verbotene Naturschutzgebiet, ein dunkles Schiff mit einer Kugel am Mast und ein verwirrendes Mädchen, das in der Wildnis campt, sind nur einige Bestandteile eines Geheimnisses, das Alina verändern wird ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Vor einigen Jahren habe ich „Vakuum" und etwas später „Schattengesicht" lesen dürfen und war besonders von ersterem bzw. insgesamt vom Schreibstil und den Ideen von Antje Wagner sehr begeistert. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sie nun in Zusammenarbeit mit einer Autorenkollegin unter einem Pseudonym ein neues Buch veröffentlicht hat, und war nur zu gern bereit, mich in das Mysterium von Griffiun einweihen zu lassen.

Wie es mir gefallen hat:


Schon von außen sehr auffällig und edel gestaltet, wartet hier zwischen goldenen Vorsatzblättern ein ganz schön dicker Wälzer auf den Leser. 
Während ich am Anfang noch nach Hinweisen gesucht habe, wo wohl welche der beiden Autorinnen am Werk war, musste ich das sehr schnell aufgeben, zum einen, weil es unmöglich herauszufinden ist (zumindest für mich), zum anderen, weil Alina mich schnell in ihre Welt hineingezogen hat, dass ich gar nicht mehr darauf achten konnte. Denn zu meiner Überraschung gibt es nur sie als Ich-Erzählerin - als ich erfahren habe, dass sich hinter Ella Blix zwei Autorinnen verbergen, hatte ich irgendwie automatisch mit zwei Perspektiven gerechnet. Sehr spannend!

Hoge Zand zeigt, dass das Setting Internat nach wie vor extrem gut funktioniert. Hier merkt man, dass die Autorinnen ausgiebig recherchiert und an den Details gefeilt haben. Man hat das Gefühl, selbst vor Ort zu sein, und die Stimmung passt sehr gut zur Handlung des Buches. 

Das Einzige, was ich ein klein wenig zu bemängeln habe, ist der Spannungsverlauf. Erst nach einem guten Drittel hatte ich das Gefühl, dass die Einfühlphase vorbei war und die Rätsel ihren Lauf genommen haben. Es war häufig so, dass Hinweise gegeben wurden und ich schnell eine Ahnung hatte - und wenn keine konkrete, dann zumindest das Gefühl, wo ein Detail noch eine Bedeutung haben könnte -, Alina dagegen aber noch länger brauchte, um aufzumerken, oder recht unkritisch war. Aber zu ihrer Rechtfertigung: In der Realität wäre mir an ihrer Stelle sicher auch das eine oder andere entgangen.
Manchmal werden Dinge nur für den Leser gesagt - entweder direkt und dann beschwert sich eine Figur, dass sie das doch schon wusste (das aber nur an ein, zwei Stellen), oder durch Alinas Tagebücher. Das finde ich nicht weiter schlimm, mag es persönlich aber lieber, wenn die Hauptfigur dem Leser kein Wissen vorenthält und es dann erst häppchenweise preisgibt. 

Mein Lieblingsaspekt am Buch sind die Lonelies, Alinas neue Clique, und wie sie immer mehr zusammenwachsen und eine geniale Gruppe abgeben. Die Charaktere sind ohnehin alle sehr liebevoll und vielschichtig gestaltet. Zum Beispiel Lukas und Pinar aus Alinas Heimatstadt Berlin sowie Alinas Vater haben es mir angetan, auch wenn sie nur wenige persönliche Auftritte haben. 
Ein dickes Plus für die Figuren!

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich habe gern mitgerätselt.
Ich hätte noch etwas mehr Spiel mit der Wirklichkeit und Schauerfeeling erwartet, finde aber, dass die Auflösung auch so eine runde, wenn auch nicht durch und durch neue Sache ist.

(Für wen) Lohnt es sich?


Das Buch lohnt sich für alle, die gern abenteuerliche, rätselhafte Jugendromane mögen, in denen das Thema Freundschaft groß geschrieben wird. Meine Altersempfehlung ist 13-17 Jahre, und junggebliebene Jugendbuchfans wie ich (immerhin schon 24) sind damit auf jeden Fall auch gut beraten.

In einem Satz:


„Der Schein" ist ein sehr gut geschriebenes, einfühlsames Jugendbuch über die Liebe in ihrer ganzen Vielfalt und über Dinge, die anders scheinen, als die Wirklichkeit es zulassen würde, und damit das Schicksal einer ganzen Familie verändern. 
Herzlichen Dank an die Autorinnen und den Arena Verlag
für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahresstatistik 2017

Mein Jahr in Büchern


Es ist mal wieder an der Zeit für meinen buchigen Jahresrückblick. Ob die Highlights aus meiner Halbjahresstatistik im Juni ihre Plätze für das ganze Jahr verteidigen konnten?
Wie sieht es im Vergleich zu 2016 aus?
Wollen wir doch mal schauen ...

Das Leseergebnis in Zahlen


Zu den 19 gelesenen Büchern Ende Juni sind noch einmal 20 hinzugekommen - die beiden Halbjahre waren diesmal also sehr ausgeglichen und ich habe insgesamt
39 Bücher gelesen, 3 weitere sind begonnen, aber noch nicht beendet. 
Damit liegt 2017 bei mir eine Handvoll Bücher unter dem Vorjahr, aber über der Zahl von 2015.

Ich habe an 10 Leserunden teilgenommen, bei Blogtouren war ich diesmal allerdings nicht dabei - zumindest nicht als Bloggerin ;)
Die Leserunden-Bücher waren mit einer Ausnahme durchweg genial - hier die Übersicht:

 

  Highlights 2017

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https://c.wgr.de/f/shopbilder/1600/978-3-401-84031-4.jpghttps://1.bp.blogspot.com/-IoeL6UNqg7c/WSAL6hP22wI/AAAAAAAAB94/H2kZNmNiElcCq1Xb1_fT11ugLTADmt0PgCLcB/s1600/SAM_3578.JPGhttps://4.bp.blogspot.com/-z53qhu-GIr0/WMA1p3pkSFI/AAAAAAAAB5w/TesQfYOuX48ZBgrjqgQjtGAwaweAs04fwCLcB/s1600/SAM_3400.JPG 
https://3.bp.blogspot.com/-XaWtBrwfDX8/WSANaBHKOAI/AAAAAAAAB-E/UfjMKdxMMNQbj8wBL7hP815qFS7kLUA2ACLcB/s1600/SAM_3579.JPG 

Wenn ich dich nicht erfunden hätte

Fräulein Wundervoll 

Heartbeat Rock

Caraval 

https://1.bp.blogspot.com/-Ow5FfPIzg28/WcKPAKOqCfI/AAAAAAAACAk/hqOiVA5rU0g3LOdQHNWlFqOYO50dOv2bACLcBGAs/s1600/SAM_4055.JPGWas es ist
https://4.bp.blogspot.com/-QivIizrUfWw/Wdjlmtvok3I/AAAAAAAACA8/mK6tS96QwDYYpCyVucj6rwZbNEFbOoeQgCLcBGAs/s1600/SAM_4057.JPG 
Jolas Briefe

The School for Good and Evil

Beautiful Liars

Falling Kingdoms 4

Liebe ist was für Idioten. Wie mich.
https://3.bp.blogspot.com/-MOQuTPvdF0w/WgbRFhvtv1I/AAAAAAAACBg/ixtTCQUp-TQrd8Mo2Plx5Gbk_2bg1vzCgCLcBGAs/s1600/SAM_4130.JPG

Weitere Highlights (noch ohne Rezension):

- Die Dreizehnte Fee. Erwachen
- Throne of Glass 4
- Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen 
- Wie Sterne so golden & Wie Schnee so weiß
- Love on Paper

Flop 2017

 

https://3.bp.blogspot.com/-5oJ5lt6GMuA/WOCrRMD-0oI/AAAAAAAAB9I/E4ukB1GbbKo9TLl8rckaTaMRxyx-_yt2QCLcB/s1600/SAM_3403.JPG

Infernale - Rhapsodie in Schwarz von Sophie Jordan

 

Neuzugänge 2017


Neu eingezogen sind bei mir im zweiten Halbjahr 29 Bücher und 14 eBooks /also deutlich weniger als von Januar bis Juni), das heißt, insgesamt habe ich 2017  
76 Print- und 24 eBook-Neuzugänge  zu verzeichnen.
Damit hat der SuB einiges weniger zu schlucken gehabt als im Vorjahr, bei den eBooks annähernd gleich viel.

Die Print-Bücher verteilen sich so:

  • 13 Buchgewinne
  • 23 ertauschte Bücher
  • 24 Rezensionsexemplare (inkl. Leserundenbüchern) 24
  • 8 Buchkäufe
  • 8 Geschenke

Ich bin gespannt, was 2018 bringen wird :)

Dienstag, 19. Dezember 2017

Ganz für mich - Idalia Candelas

Rezension zu
Ganz für mich - Tausend gute Gründe,
das Alleinsein zu feiern
von Idalia Candelas


 
Broschur, 160 Seiten
Goldmann Verlag (20. November 2017)
ISBN-13: 978-3-442-15939-0
Preis: 10,00 €
Originaltitel: A Solas




Worum geht's?



Die mexikanische Illustratorin Idalia Candelas geht dem Glück des Alleinlebens auf den Grund. Mit Zeichnungen und Gedanken zeigt sie, warum es schön ist, eine Wohnung für sich zu haben und Zeit allein zu verbringen. Das Klischee von Einsamkeit und Abschottung wird hier mit viel Lebensfreude und Glücksgefühl außer Kraft gesetzt. Ein Buch für glückliche Single-Frauen und auch diejenigen, die vielleicht noch auf der Suche nach diesem Glück sind.

Was mich neugierig gemacht hat:


Das Buch ist mir bei der Ankündigung des Verlags auf Facebook aufgefallen und die schönen Illustrationen haben mich sofort magisch angezogen, zumal dieses Buch ja perfekt zu unserem 
Buch & Kunst-Blog passt.
Auch das Thema hat mich wirklich gereizt, da ich trotz zwei sehr verschiedener WG-Erfahrungen mittlerweile allein wohne und dieses Lebensgefühl sehr zu schätzen gelernt habe. Ich glaube, es ist vielleicht nicht für jeden Typ Mensch das Richtige, aber in den meisten Fällen halte ich es für eine sehr wichtige Erfahrung, zumindest eine Zeit lang allein gelebt und sich dabei selbst besser kennengelernt zu haben. Viele stürzen sich aus Angst vor ebendiesem Alleinsein in WGs oder ein Zusammenleben mit dem Partner und es geht schief, weil die Erwartungen nicht mit der Wirklichkeit übereingestimmt haben. 
 

Wie es mir gefallen hat:


Ganz für mich" ist ein sehr liebevoll gestaltetes Buch: Der Umschlag bestitzt eine Goldschriftveredelung, die Innenklappen sind in einem geschmackvollen Zusammenwirken von Schwarz und Gold ebenfalls ein Hingucker, und die Illustrationen tun ihr Übriges.
Den Untertitel hätte es gar nicht gebraucht, da es im Buch eigentlich weniger um eine Aufzählung von Gründen geht, die man hierdurch vielleicht erwarten würde.

Das Titelbild, das sich auch im Innenteil wiederfindet, hat mir gleich sehr gut gefallen, und das trifft auch auf die anderen Illustrationen zu. Besonders gelungen sind die Figurendarstellungen. Idalia Candelas zeigt alleinlebende Frauen in Alltagssituationen, in erster Linie zu Hause, teils auch in öffentlichen Räumen wie beispielsweise im Zug oder in einem Restaurant.

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt:
Der erste greift den Buchtitel Ganz für mich" auf und ist mein persönlicher Lieblingsteil. Hier finden sich ausschließlich Motive von Frauen in ihren Wohnungen, banale Situationen werden in einer wundervollen, verträumten und doch realitätsnahen Weise in Szene gesetzt.

Der zweite Abschnitt mit der Überschrift Leere Räume" will nicht so recht zum restlichen Konzept des Buches passen und trägt eine nahezu melancholische Stimmung mit sich. Die Autorin erzählt hier von persönlichen Erinnerungen, von ihren Freunden, aber auch von einer verflossenen (?) Liebe, die sie direkt anspricht. Die Bilder sind weniger lebhaft als im Teil zuvor, da hier nur Zimmer mit Schuhen und anderen, teils zerbrochenen Gegenständen gezeigt werden. Am Ende gibt es eine Seite, um eine eigene Geschichte niederzuschreiben. Ich finde, dass dieser Bereich des Buches die Zielgruppe leider ein wenig einschränkt, da die Entscheidung für das Alleinleben ja nicht zwingend mit einer gescheiterten Liebe in Verbindung stehen muss und auch Frauen, die in einer Beziehung sind, allein wohnen können. 

Der dritte Abschnitt heißt Nur die, die allein sind" und beschäftigt sich inhaltlich und motivisch damit, warum es (noch) so ungewohnt ist, wenn Frauen allein ausgehen, im Restaurant sitzen oder reisen. Idalia Candelas teilt ihre Lieblingsfilme mit den Leserinnen und ermutigt dazu, auch mal allein auf Erkundungstour zu gehen. Hier werden die Illustrationen wieder fröhlicher.
In diesem Teil gefallen mir auch die Texte am besten, die mich davon abgesehen nicht ganz überzeugen konnten. Sprachlich beziehungsweise kulturell bedingt lässt die Übertragung ins Deutsche die Worte der Autorin teils pathetisch wirken, wie Plattitüden aus einem Selbsfindungsratgeber. Die Bilder sprechen ihre eigene Sprache und hätten die Unterstützung durch die festgehaltenen Gedanken teils gar nicht nötig gehabt.

Ein schönes Extra ist die Playlist, deren Musiktitel sich auch unter den einzelnen Illustrationen wiederfinden, sodass man dem Lese- und Betrachtungserlebniss auch noch eine musikalische Ebene hinzufügen kann. Auch wenn die Musik nicht meinen persönlichen Geschmack trifft und viele der Lieder spanische Lyrics haben, ergibt alles ein stimmiges Zusammenspiel und ich habe bei einigen Seiten verweilt und den Gesamteindruck auf mich wirken lassen.

(Für wen) Lohnt es sich?


Das Buch eignet sich für Frauen, die allein leben oder schon einmal allein gelebt haben und vielleicht manchmal Angst haben, als einsam wahrgenommen zu werden oder sich so zu fühlen. 
Wem das Titelbild gefällt, den werden auch die weiteren Illustrationen ansprechen. Die Bilder stehen gegenüber den manchmal nicht ganz so starken Texten im Zentrum des Buches. 

In einem Satz:


„Ganz für mich" ist ein wirklich schön gestaltetes (Geschenk-)Buch für alleinlebende Frauen, das mit sehr gelungenen Bildern und etwas schwächeren Texten vor allem die wunderbaren Seiten des Lebens in der eigenen Wohnung oder von Unternehmungen ohne Begleitung in den Blick nimmt.


Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

Sonntag, 10. Dezember 2017

Bird & Sword - Amy Harmon


 Paperback, 398 Seiten
LYX (26.10.2017)
ISBN: 978-3-7363-0548-9
Preis: 15,00 €
Originaltitel: The Bird and The Sword
Band 1

Worum geht's?


"Schlucke, Tochter, die Worte, die dir auf den Lippen liegen. Halte sie bei dir, auch wenn sie noch so viel wiegen. Verschließ sie tief in deiner Seele, verbirg sie, bis sie an Größe gewinnen. Verschließ deinen Mund der Macht, verfluche nicht, heile nicht, bis die rechte Zeit gekommen ist." (S. 16)
 
Seit dem Tag, an dem ihre Mutter durch die Hand des grausamen Königs Zoltevs starb, hat Lark kein Wort mehr gesprochen. Nur ihre Stummheit kann die mächtige Gabe verbergen, die in ihr schlummert: Sie kann Tiere und Dinge mit ihren Worten beeinflussen und sie ihrem Willen beugen.
Als König Tiras, der nach dem Tod seines Vaters den Thron bestiegen hat, sie in seine Burg verschleppt, steht für Lark alles auf dem Spiel, nicht zuletzt ihr Herz. Doch für Tiras scheint sie lediglich eine Waffe zu sein – gegen die grausamen Volgar, halb Männer, halb Vögel, und seine zahlreichen anderen Feinde. Noch ahnt Lark nicht, dass ihr Schicksal schon lange eng mit dem des Königs verbunden ist …

Was mich neugierig gemacht hat:

Ich hatte schon viel Gutes von Amy Harmon gehört und wollte meinen ersten Versuch mit der Autorin gern mit diesem Buch, ihrem Debüt im Genre der Romantasy, starten. Cover, Titel und das, was der Klappentext verrät, haben mich neugierig gemacht auf eine romantische und fesselnde Geschichte in einem fantasievollen Königreich.  

Wie es mir gefallen hat:


Zu Beginn bin ich beim Lesen dieses Buches zugegebenermaßen ein bisschen ratlos gewesen. Nach dem Prolog kam die Handlung eher langsam in Fahrt und lange Zeit war nicht klar erkennbar, worauf die Geschichte hinauslaufen würde. Ich konnte auch nicht gleich einen Zugang zu Lark finden und war von ihrem treuen Freund, dem Troll Boojohni, sogar ein kleines bisschen genervt, was sich aber später noch gelegt hat. 

Die Welt, in die Amy Harmon ihre Figuren gesetzt hat, hat mir gut gefallen. Informationen werden eher stückweise eingestreut, wenn die Handlung es verlangt; ein ausgefeiltes Worldbuilding wie im Bereich der High Fantasy sollte man hier jedoch nicht erwarten.
Nicht ganz glücklich finde ich die Bezeichnung „Jeru City“, da dies für mich im Deutschen einfach viel zu modern klingt, um zum Setting zu passen. Davon abgesehen: Hut ab vor der Übersetzerin – gerade die nicht seltenen gereimten Zeilen haben sicher sehr viel sprachliches Geschick erfordert und in den meisten Fällen ist die Übertragung dabei gut gelungen.  

Larks und Tiras Geschichte konnte mich im Laufe der Zeit immer mehr berühren und ich habe mitgehofft, dass die schier unüberwindbaren Hindernisse zwischen den beiden eben doch überwindbar sein mögen. Ob es ein Happyend geben würde oder nicht war lange nicht vorauszuahnen und die Autorin hatte auch noch einige Überraschungen in der Hinterhand, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Auch Kjell, Tiras‘ Hauptmann und besten Freund, mochte ich gern und habe mich gefreut zu lesen, dass er im nächsten Band („Queen & Blood“, erscheint im Juli 2018) mehr im Fokus stehen wird.
Bei Lark hat es mich immer wieder aufs Neue verwundert, dass sie, obwohl sie doch durch ihre Stummheit sehr in ihre Gedanken- und Gefühlswelt zurückgezogen sein müsste, ebendiese Gedanken und Gefühle kaum mit dem Leser teilt. Auch wenn sie in größter Gefahr oder sogar verletzt war, erschien sie mir oft mehr wie eine Beobachterin denn als unmittelbar Beteiligte. Hier hätte ich mir, auch in Bezug auf Tiras, noch mehr Einblicke gewünscht.
Der Schreibstil ist sehr schön und es gibt viele fast poetisch beschriebene Szenen, die mich faszinieren und beeindrucken konnten. Die Fäden der Geschichte werden zu einem vollkommen runden Ende mit einem raffinierten Epilog gesponnen, sodass ich aufgrund des letzten Teils des Buches in meiner Bewertung von 4 auf 4,5 Sterne hochgehen möchte.


(Für wen) Lohnt es sich?


„Bird & Sword“ lohnt sich für alle, die gern romantische, märchenhafte Fantasy mögen, dagegen aber nicht so viel Wert auf eine detaillierte Hintergrundwelt und Nähe zu den Figuren legen. Obwohl die Geschichte insgesamt eher ruhig und unaufdringlich daherkommt, entwickelt sie einen ganz besonderen Zauber.  

In einem Satz:


„Bird & Sword“ ist ein wunderschön konzipiertes Fantasymärchen mit dem Schwerpunkt auf der Liebesgeschichte, dem es stellenweise ein klein wenig an Spannung und Emotionen fehlt, das den Leser aber am Ende mit einem guten Gefühl zurücklässt.




Mein Dank für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leseaktion geht an Literaturschock und den LYX Verlag!
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