Dienstag, 27. November 2012

Cocoon - Gennifer Albin

  Rezension zu "Cocoon - die Lichtfängerin" von Gennifer Albin



 ISBN 9783863960285, Fester Einband, 356 Seiten, Kinder- & Jugendbuch, 
01.10.2012 bei Egmont Verlagsgesellschaft

Inhalt

 

"Aber das Leben einer Webjungfer ist aufregend", entgegnet Amie. "Sie feiern Partys und haben schöne Kleider. Webjungfern haben alles in der Hand." Während ihre Worte nachklingen, wechseln meine Eltern besorgte Blicke. Alles in der Hand? Keiner, der einem die Erlaubnis fürs Kinderkriegen erteilt. Keine vorgeschriebene Kosmetik. Keine zugewiesenen Rollen. Das würde es bedeuten, sein Leben in der Hand zu haben.
In Arras entscheidet die Gilde der Zwölf über alles. Darüber, wer lebt und wer stirbt. Darüber, welche Normen gelten. Darüber, wer du bist.
Die sechzehnjährige Adelice wird zur Webjungfer berufen, obwohl es die Hoffnung ihrer Eltern war, dass sie durch Täuschung durch die Prüfungen fallen würde.
Ein Leben im gefühlskalten Luxus wartet auf sie, in dem andere sie und ihre Gabe, die Lichtfäden, aus denen Arras besteht, zu sehen und mit ihnen zu weben, ausnutzen wollen.
Wird es ihr gelingen, die Fäden in der Hand zu behalten?


Aufmachung

 

Das Buch besticht schon durch sein Äußeres. Davon abgesehen, dass Adelice rothaarig ist, finde ich das Mädchen auf dem Cover für sie gut gewählt. Die Lichtfäden, die in dem Buch eine zentrale Rolle spielen, sind auch unter dem Umschlag auf dem Buchcover wiederzufinden.
Die Geschichte wurde in einem Schirfttyp gedruckt, der schön und leicht geschwungen ist, und damit von den üblichen Standardschriften abweicht.


Meine Meinung

 

Ich habe dieses Buch wirklich genossen. Es ist eindeutig eines meiner persönlichen Highlights der letzten Monate.
Es folgt zwar dem derzeitigen Dystopientrend und wenn man suchen würde, ließe sich bestimmt die ein oder andere Parallele zu anderen Büchern dieses Genres finden, aber im Großen und Ganzen sticht es aus der Menge hervor.
Die originelle Idee und die nach und nach eingestreuten Hintergrundinformationen habe ich als sehr erfrischend empfunden und bin restlos begeistert. Auch den Schreibstil kann ich nur loben - die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt und lässt sich sehr flüssig lesen.
Die Liebesgeschichte(n) kommt(/kommen) meiner Meinung nach ein bisschen zu kurz. Im Prinzip sind sie gut eingefädelt und man weiß nicht sofort, auf welche Konstellation es hinauslaufen wird, aber mir haben manchmal einfach - vor allem von Adelices Seite aus - die Gefühle gefehlt. Für eine Romantikerin wie mich hätte es ruhig noch ein bisschen mehr triefen können :D
An manchen Stellen waren die Webprozesse für mich ein bisschen zu kompliziert, aber irgendwie macht es auch einen Teil des Zaubers aus, dass man nicht alles gleich versteht und durchschaut.
Letzteres gilt auch für die Charaktere. Über viele von ihnen erfährt man nicht viel und einige sind nicht eindeutig "gut" oder "böse" zuzuordnen. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass die Autorin die Fähigkeit besitzt, sie alle mit wenigen Worten klar zu skizzieren, sodass man sie sich gut vorstellen kann.


Fazit

 

Mein Regal ist um ein Lieblingsbuch reicher!
"Cocoon - die Lichtfängerin" erzählt eine wunderschöne, fantasievolle und originelle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten.
Da das Ende sehr offen ist, eignet sich das Buch allerdings eher nicht für diejenigen, die keine neue Trilogie anfangen wollen. Sollte es jemanden geben, bei dem das der Fall ist, möchte ich aber sagen: Denk nochmal drüber nach - es lohnt sich wirklich!



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