Dienstag, 19. März 2013

Breathe - Sarah Crossan

 Rezension zu "Breathe - Gefangen unter Glas" 
von Sarah Crossan

ISBN 978-3-423-76069-0, Hardcover,
432 Seiten, erschienen: März 2013 bei dtv

Inhalt

 

Atmen ist ein Grundrecht, kein Privileg. (S.11)

Dieser Satz ist der erste des Buches und stellt bereits den zentralen Konflikt vor.
Den Menschen in der Zukunft ist der Sauerstoff knapp geworden. Es kam zum Switch und die Bevölkerungszahlen sind dramatisch gesunken. Nur noch innerhalb konstruierter Kuppeln kann Leben stattfinden.

Quinn ist ein Premium-Bürger und führt ein Leben im Luxus. An zusätzlichen Sauerstoff zu kommen, ist für ihn kein Problem.
Bea, seine beste Freundin, ist eine Second. Sie und ihre Eltern müssen sich stark einschränken und können sich Aktivitäten wie Instrumente spielen oder Sport treiben nicht leisten, weil der Sauerstoff zu teuer ist.
Alina ist eine Rebellin. Sie weiß, dass die Bedingungen im sogenannten Ödland außerhalb der Kuppeln nicht so schlecht sind, wie die Regierung es die Leute glauben lässt.

Als die drei einander begegnen, stellt das ihre Leben von Grund an auf den Kopf...


Meine Meinung


Schon lange vor der Veröffentlichung bin ich in der Verlagsvorschau auf das tolle Cover gestoßen und wusste sofort mit völliger Klarheit: Dieses Buch musst du haben.
Der Klappentext versprach eine spannende und vor allem originelle Dystopie.
Obwohl die Grundidee eigentlich recht simpel klingt, bin ich ehrlich gesagt nie zuvor auf den Gedanken gekommen, wie es wäre, wenn es nicht mehr genug Luft zum Atmen für alle gäbe. Ich war sehr gespannt, wie die Autorin dieses Gedankenspiel in ihre Geschichte einflechten würde.

Mir hat das Buch von der ersten Seite an sehr gut gefallen.
Was ich am allerbesten fand, war der Perspektivwechsel zwischen Alina, Quinn und Bea. Ich bin ohnehin ein Fan von mehreren Perspektiven, aber gleich drei Ich-Erzähler sind ungewöhnlich und einfach super :)
Gepaart mit dem schönen Schreibstil und schmunzelnlassendem Humor an den richtigen Stellen sowie der angemessenen Ernsthaftigkeit an anderen, habe ich in dieser Hinsicht absolut nichts bemängeln.

Der Plot verläuft zwar relativ typisch für eine Dystopie (ahnungslose Bürger erkennen, dass die Regierung nicht die Wahrheit sagt - Rebellen versuchen, die Lage zu verbessern und gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen - Cliffhanger am Ende), ist aber dennoch nicht im Detail vorhersehbar, sodass die Spannung erhalten bleibt.

Auch wenn es nicht blutrünstig wird, kommen doch Charaktere um und die fiktive Welt der Zukunft präsentiert deutlich ihre Schattenseiten. Leicht macht Sarah Crossan es ihren Figuren jedenfalls nicht bei ihren Weltrettungsversuchen.
Allerdings gibt es einige Handlungsstränge, die sie meiner Meinung nach vorschnell auflöst oder nicht ausgiebig genug verfolgt. So dauert es eine ganze Weile, bis das Paar des Buches (und nein - ich werde natürlich nicht verraten, wer) endlich zusammenkommt, doch als es dann so weit ist, ist ganz schnell die Luft raus. Gefühle kommen kaum noch zur Sprache und auch wenn die Umstände vielleicht nicht die romantischsten sind, hätte ich mir da doch ein wenig mehr Emotionen gewünscht.
Als versucht wurde, die Wahrheit ans Licht zu bringen, schienen die Bewohner der Kuppel von einer Sekunde auf die andere die Seiten zu wechseln. Das ging mir dann doch zu plötzlich.
Ein weiteres Beispiel ist, wie die Beziehung zwischen Quinn und seinem Vater sich entwickelt. In Bezug darauf bin ich ein bisschen ratlos zurückgeblieben und konnte vor allem Mr. Caffreys Verhalten gegenüber seinem Sohn besonders gegen Ende des Buches nicht nachvollziehen.
Obwohl für mich also nicht alle Entwicklungen überzeugend waren, waren die Protagonisten an sich eigenständige Persönlichkeiten, die man während des Lesens gut kennen gelernt hat.

Fazit


Auch wenn es Kleinigkeiten zu kritisieren gibt, hat "Breathe - Gefangen unter Glas" mich begeistern können und  die Charaktere haben mich für sich eingenommen.
Die Idee war neu und spannend umgesetzt, die Schauplätze so gut beschrieben, dass sie in meinem Kopf lebendig werden konnten.
Der erste Teil der Trilogie endet zwar offen, aber nicht mitten in einer wilden Verfolgungsjagd oder ähnlichem, sodass das Warten auf die Fortsetzung auszuhalten sein wird. Lesen werde ich sie aber auf jeden Fall und ich bin sehr gespannt, was weiterhin passieren wird.
Für eine tolle Geschichte und liebenswerte Charaktere vergebe ich:



Mein Dank geht an den Verlag, der ein tolles Gewinnspiel angeboten hat, bei dem ich ein Exemplar des Buches gewinnen konnte:

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