Mittwoch, 3. April 2013

Dark Destiny - Jennifer Benkau

 Rezension zu "Dark Destiny" von Jennifer Benkau

Erscheinungsdatum: 18.03.2013 Verlag: script5
Preis: 18,95 Euro   ISBN: 978-3-8390-0145-5
Seitenzahl: 464 Seiten, Hardcover
Band: 2 der Dilogie

Inhalt

Es tat weh, Dinge zu sehen, die ganz und gar falsch und schrecklich waren. Und streng genommen gab es niemanden mehr, den man dafür verantwortlich machen konnte. Weder Menschen noch Percents. Es gab ihn nicht, den einen Feind, den zu schlagen alle Probleme lösen würde. (S.113)

Seit Matthials Clan Neél gefangen genommen und gefoltert hat und Joy, die die anderen für geistig verwirrt halten, da sie so viel Zeit als Gefangene der Percents verbracht hat, rein gar nichts dagegen tun konnte, gleicht ihr Leben einem dunklen Abgrund.
Als sie schließlich von Matthial erfährt, dass Neél nicht überlebt hat, bricht alle verbliebene Hoffnung zusammen und sie schließt mit ihrem alten Leben ab. Sie verlässt den Clan und macht sich allein auf den Weg, um Antworten zu finden, warum die Dinge so kommen mussten.


Meine Meinung


Nachdem mich der erste Teil der Dilogie so atemlos und angstvoll zurückgelassen hatte, hatte es etwas von einer großen Erleichterung, dass ich endlich erfahren konnte, wie es weiter geht. Gleichzeitig war es eine Art Seiltanz in schwindelerregenden Höhen - so viele schlimme Ahnungen, Befürchtungen, Vorausdeutungen.
Allein schon das Intro des Buches bereitete mir Magenschmerzen und ich muss wirklich sagen, dass ich ein wenig Angst hatte, worauf das alles hinauslaufen würde.

Während mir Joy schon im ersten Band ans Herz gewachsen war, ich mich jedoch recht schwer damit getan habe, mich mit ihr zu identifizieren, konnte ich sie in "Dark Destiny" von ganz neuen Seiten kennenlernen und bin so noch tiefer in ihre Gefühlswelt abgetaucht, als es bei "Dark Canopy" der Fall war. Ich habe mit ihr gelitten und gehofft - bis zur letzten Seite.

Die Geschichte ist in sich sehr logisch aufgebaut und weist keinerlei Lücken im Handlungsverlauf auf. Auch offene Fragen aus Band 1 werden wieder aufgegriffen und gelöst.
Der Schreibstil hält weiterhin die perfekte Balance zwischen schonungsloser Nüchternheit und der Übermittlung von Emotionen.
Der Leser fühlt sich, als wäre er selbst vor Ort und könnte alles hautnah miterleben und die Konflikte werden in all ihrer Tragik deutlich spürbar.
Alles spitzt sich merklich auf eine scheinbar unvermeidliche gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Menschen und Percents zu.

Für meinen Geschmack bleiben am Ende zu viele Schicksale offen. Die Ungewissheit, was aus vielen der inzwischen so vertrauten Charaktere geworden sein mag und ob sie überhaupt noch am Leben sind, macht mich fast ein bisschen wahnsinnig. Da hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle doch mehr Gewissheit gewünscht.
Aus diesem Grund - und weil die Stimmung für mich doch einen Hauch zu bedrückend geblieben ist - ziehe ich einen halben Stern ab. Das ändert allerdings definitiv nichts daran, dass ich das Buch für ein Meisterwerk halte.

Zuletzt muss ich sagen, dass das Ende mich - auch wenn ich mir alle möglichen schrecklichen und hoffnungsvollen Szenarien ausgemalt hatte - eiskalt erwischt und tief erschüttert hat. Zuerst war ich fassungslos und konnte nicht wirklich darüber hinwegkommen. Je mehr Zeit aber verstrich, desto besser konnte ich mich damit abfinden und inzwischen halte ich es für die bestmögliche Lösung, die es hätte geben können. Es tut weh, ja. Aber irgendwo ist es ein heilsamer Schmerz.


Fazit


"Dark Destiny" ist herzzereißend, intensiv, bittersüß. Es nimmt gefangen, lässt bangen und hoffen, zittern und wehmütig aufatmen.
Eine gelungene Fortsetzung und ein überzeugender Abschluss einer beängstigenden Dystopie und genauso stark wie der Vorgänger.
Für jeden, der "Dark Canopy" gelesen hat, unverzichtbar, auch wenn der Abschied am Ende fast zu sehr schmerzt, um wahr zu sein.


 
Mein Dank für das Rezensionsexemplar und eine spannende Leserunde geht an die Autorin und:

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1 Kommentar:

  1. Hey, ich habe endlich den Award veröffentlicht :D

    http://johannisbeerchens-buecher.blogspot.de/2013/04/best-blog-award.html

    LG, Sandrina

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