Donnerstag, 30. Mai 2013

Eve & Caleb (Band 1) - Anna Carey

Rezension zu "Eve & Caleb - Wo Licht war" 

von Anna Carey

 
Broschiert: 299 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (Januar 2013)
ISBN-13: 978-3785571033
Band 1

Inhalt


Sowohl in der Schule als auch später in der Wildnis hatte ich Liebe für etwas Belastendes gehalten - etwas, das gegen einen verwendet werden konnte. Ich begann zu weinen, denn endlich begriff ich die Wahrheit: Liebe war die einzige Widersacherin des Todes, das Einzige, was machtvoll genug war, um es seiner klammernden verzweifelten Gier entgegenzuhalten. (S. 256 f.)

Nach einer schrecklichen Seuche sind große Teile der Bevölkerung in Amerika gestorben. 
Die zahlreichen Waisenkinder werden - was die Mädchen angeht - in Schulen aufgezogen, wo sie angeblich auf eine erfolgreiche Zukunft vorbereitet werden. Immer wieder wird ihnen eingetrichtert, wie gefährlich die Wildnis und vor allem die dort lebenden Männer und Jungen sind.
Eve ist eine Musterschülerin und hat viele Träume und Pläne für ihr Leben. Doch dann findet sie heraus, dass die Schulen ganz andere Ziele verfolgen, als sie geglaubt hat.
Hals über Kopf muss sie fliehen und sich von einem Tag auf den anderen in der Wildnis zurechtfinden, verfolgt von Soldaten.
Da trifft sie auf Caleb. Gefühle, die sie nie für möglich gehalten hätte, keimen in ihr auf. Liegt das am manipulativen Wesen der Männer, vor dem die Lehrerinnen stets gewarnt haben? Oder war auch das eine Lüge?

Meine Meinung

 
Schon als 2011 die englische Originalausgabe erschien (deren Cover mir im Übrigen viel besser gefällt als das der deutschen Version), hoffte ich auf eine Übersetzung.
In diesem Frühjahr war es dann so weit und "Eve & Caleb - Wo Licht war" landete gleich auf meinem Wunschzettel. 
Mal vorweg angemerkt: Ich verstehe weder, warum Caleb unbedingt mit in den Titel gepackt werden musste, noch warum man sich diesen Untertitel ausgedacht hat, den ich mit der Geschichte nicht so ganz in Verbindung bringen kann, aber das nur nebenbei.

Mein Gesamteindruck lässt sich in einem leider eher negativen Wort zusammenfassen: unspektakulär.

Der Schreibstil ist angenehm, aber nicht außergewöhnlich. 
Oft hatte ich den Eindruck, dass mehr erzählt und behauptet, als dass die Handlung vorangetrieben wird. Kindheitserinnerungen und Eves Gedanken bestimmen einen Großteil der Kapitel.

Die Hintergründe dürften jedem Dystopieliebhaber bekannt vorkommen: tödliche Epidemie, Telefone und Internet funktionieren nicht mehr, eine fragwürdige Regierung, an deren Spitze ein König steht, und auf der Gegenseite Rebellen mit Geheimverstecken. Die ehemaligen Städte und Dörfer sind verwildert und unbewohnt. Auf Eves Reise liest man ständig von überwucherten, halb eingestürzten Gebäuden und Ranken, die Banken und Mc Donald's erobern.

Die Charaktere haben mich nicht wirklich überzeugen können.
Ich hatte nicht das Gefühl, sie kennenzulernen und sie werden meist auf wenige äußerliche und charakteristische Merkmale beschränkt.
Eve als Protagonistin offenbart dem Leser als Ich-Erzählerin noch am meisten über sich. 
Ich kann mich nicht an eine konkrete Altersangabe im Buch erinnern, aber soweit ich weiß soll sie achtzehn Jahre alt sein. Auch wenn das ein oder andere von ihrer schulischen Erziehung verschuldet sein mag, verhält sie sich für ein solches Alter unglaublich naiv. Auch ihre Gefühle konnte ich häufig nicht nachvollziehen. Wenn etwas Schlimmes passierte, war sie sehr schnell darüber hinweg und beging schon die nächste Dummheit, Caleb erwies sich schon nach kurzer Zeit als ihre große Liebe, ohne dass sie großartig viel Zeit miteinander verbracht hätten.

Auch die Handlung wirkte auf mich an der ein oder anderen Stelle an den Haaren herbeigezogen und schlicht und ergreifend unglaubwürdig. 
Ein Beispiel (kleiner Spoiler, zum Lesen markieren): Ich glaube nicht, dass ein erwachsener Mann, der drei Mädchen gefangen hält, alle unter dem Vorwand, dass sie mal in die Büsche müssen, freilässt und sich dann wundert, warum sie entkommen.

Fazit


Das Buch war nicht durch und durch schlecht, aber bei den vielen Dystopien, die ich bereits kenne und die mir sehr gefallen haben, kann es sich nicht durchsetzen. Zwischendurch habe ich immer wieder Lesepausen gemacht, weil mir alles so bekannt und vorhersehbar vorkam.
Mehr als eine 4+ kann ich in diesem Fall leider nicht vergeben. Gänzlich von dem Buch abraten möchte ich aber auch nicht. Wer Anfänger in dem Genre ist, könnte auf seine Kosten kommen. Vielleicht ist "Eve & Caleb" auch für jüngere Leser (ca. 13-15 Jahre) mitreißender.



1 Kommentar:

  1. Servus, Evelyn.
    Möglich, daß dem hiesigen Verlag ein Paar im Titel mehr Apeal bei der angestrebten Zielgruppe versprach.
    Das Gros der Meinungen, die ich zum Buch zu lesen bekam, decken sich denn auch mit Deiner Einschätzung.

    bonté

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